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Launch der Linken Kampagnen App Partisanin – Interview mit Thomas Dudzak

thumb image Launch der Linken Kampagnen App Partisanin – Interview mit Thomas Dudzak

Drei Fragen an Thomas Dudzak, Pressesprecher von DIE LINKE in Sachsen. Er leitet das Projekt „Partisanin“, der neuen Kampagnen Software der Linkspartei.

Thomas ist studierter Historiker und arbeitet seit 2013 in der Landesgeschäftsstelle der sächsischen LINKEN.

Seit heute ist die iPhone-App der LINKEN bei iTunes erhältlich:

Posted by DIE LINKE on Mittwoch, 21. September 2011

Frage: Partisanin, das klingt erstmal nach Linker Folklore, was kann denn eure App, die ihr heute launcht?

Wenn man ganz ehrlich ist: Weniger als wir wollten. Aber das ist ja nichts überraschend Neues bei Softwareprojekten: Am Ende hat man immer große Ideen, viel zu wenig Zeit und ein verdammt knappes Budget. Aber wir verstehen den Soft Launch, den wir gerade machen, als Startschuss. Die Bundestagswahlen wollen wir als ersten Test für unser Produkt nutzen. Danach wollen wir weiter entwickeln und aus den Nutzererfahrungen heraus das Produkt verbessern. Jetzt erst einmal können sich User, wenn sie sich bei uns anmelden, untereinander vernetzen und mit unserer Kampagne in Kontakt kommen. Wenn sie wollen, können sie auch direkt teilnehmen und alles, was sie im Wahlkampf machen, dabei auf einer Karte loggen. Da ist Partisanin Plakatekarte gar nicht unähnlich. Unser Konzept und unser Datenmodell sehen dann noch weitere Elemente, insbesondere im Hinblick auf Gamification vor. Das wird dann die nächste Ausbaustufe sein.

Frage: Haben die anderen deutschen Parteien, Digitalisierung verschlafen?

Ja und nein. Erst einmal: Fast alle Parteien haben digitale Hilfsmittel und Softwarelösungen entwickelt, die sie im Wahlkampf einsetzen. Die meisten setzen aber auf sichere und technisch bewährte Lösungen mit sehr begrenztem Funktionsumfang. Das sind eigentlich bessere Formulare in App-Form gegossen. Das hätten wir sicherlich auch tun können, war aber nicht unser Ziel. Wir wollten das Potential austesten, wollten User tatsächlich an der Kampagne partizipieren lassen. Genau das hat uns auch vor Probleme gestellt, was die Grenzen von Datenaustausch und –haltung der Endgeräte betraf. Aber kein Risiko einzugehen ist am Ende eben auch keine Lösung.

Frage: Plakatieren – was würdest du den Leuten raten?

Plakate sind nicht alles, aber ein wichtiger Bestandteil einer Kampagne. Wir setzen traditionell auf ehrenamtliche Helfer statt auf professionelle Firmen. Da muss man den Leuten einfach an die Hand geben, wie sie es richtig anstellen. Vor wenigen Jahren sind wir noch mit Draht und hundsschweren Pappen losgezogen und haben gehangen. Heute gibt es EasyPlates und Kabelbinder, das macht das Leben einfacher. Aber auch die rutschen, gehen vor der Zeit kaputt, wenn man sie nicht richtig anbringt. Um es ganz einfach zu sagen: Bevor wir über Digitalisierung, Apps und andere Hilfsmittel nachdenken, muss eines sichergestellt sein. Nämlich, dass die Wahlkämpfer wissen, wie sie die Dinger richtig an den Mast kriegen. Das ist schon die halbe Miete.

Weitere Informationen

Die Software gibt es derzeit für iOS und als Webapp. Versionen für Android und Windows 10 folgen.

 

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