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Artikel für Gründermetropole Berlin

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1) Beschreibung Eures Startups + Gründer

Sebastian Müller wurde mit 21 Jahren für eine Jugendinitiative in den Gemeinderat seiner Heimatstadt Freiburg im Breisgau gewählt und koordinierte bei drei Stadtratswahlen und zwei Bürgerentscheiden die Wahlkämpfe. „Gerade bei Kommunalwahlen sind Wahlplakate ein große Sache. Damit erreicht man alle Leute und macht sich bekannt. Aber das Plakatieren ist ein Riesenstreß, gerade wenn man es selbst organisiert und nicht an Plakatierunternehmen auslagert.“

Ein Plakat aufzuhängen zu lassen kostet etwa 3,50 Euro. Selbst wenn ich nur den Träger kaufe, dann liege ich bei 1,50 Euro. Das ist für eine kleine Kampagne mit vielleicht 2000 Euro Budget schon viel Geld. Jedes falsch aufgehängte, zerstörte oder nicht mehr auffindbare Plakat zählt da.“

Sebastian überlegte sich lange, was man da digitaler, einfacher und schneller machen könnte. Aber Lösungen wie Karten ausdrucken und dort markieren, oder Pins auf google maps setzen waren nicht überzeugend. „Zum einen muß das Dokumentieren beim Aufhängen zügig gehen, zum anderen sollte man auch plakatierspezifische Daten oder Übersichten erfassen.“

Die Software des Start-Up ist derzeit im Testeinsatz bei zwei großen Parteien. „Und wir sind gerade dabei, eine richtige Firma zu werden und uns auch weiter zu professionalisieren. Das ist neben der Abschlussphase des Studiums unserer Gründer gar nicht so einfach.“ Derzeit überlegen die Gründer, wie es dann weitergehen soll, ob sie nun Vollzeit für ihr Start-Up arbeiten oder das Start-Up nebenher betreiben wollen.

2) Wie kam es zu der Idee ?

Den Wahlkampf zu organisieren und das Verteilen, Aufhängen und dann wieder Abhängen der Plakate war anstrengend, organisatorisch aufwändig und kostete viel Zeit. “Also habe ich mir überlegt, dafür müßte es doch ein App geben, es gibt ja für alles eine App.“

Sebastian trug sich lange mit diesem Gedanken. Im Auslandsstudium in Finnland traf er schließlich auf eine ausgeprägt Tech-Start-Up Kultur. „Aber ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie man das angeht. Also nutze ich die klassischen Methoden der Soziologie.“ Er ging zu Leuten die Ahnung haben könnten oder das machen und befragte sie. Ihm war zudem klar, dass es da einen Markt geben musste.

„Die meisten Plakatierunternehmen und Parteien waren erstaunlich undigital. Oft wurde noch mit kopierten Zetteln und Ähnlichem gearbeitet. Aber den meisten Leuten in den Parteien schien das ganze recht schnell einleuchtend.“

3) Wie werden gerade im aktuellen Wahlkampf Parteien auf Euch aufmerksam?

Werbung machte das Start-Up ganz klassisch: „Ich bin auf die Parteitage gefahren und habe die Leute angesprochen und Flyer verteilt, dazu haben wir noch ein bisschen Facebookwerbung und Suchmaschinenwerbung geschaltet. Wir sind auf Messen gefahren und haben viel mit Menschen gesprochen.“

4) Wie seid ihr finanziert und wie monetisiert ihr?

„Zunächst hatten wir das Problem, Start-Up Geldgeber davon zu überzeugen: gibt es dafür überhaupt einen Markt?“, erzählt Sebastian Müller. „Seit es allerdings auf die Bundestagswahl zugeht und man wieder bemerkt, dass in Deutschland mindestens 2 Mio. Plakate hängen werden, merken die Leute, dass es einen Markt gibt, um Plakate effizient zu verwalten.“ Derzeit ist das Start-Up selbst finanziert. „Wir wären durchaus für Beteiligungen offen, aber da muß der Partner stimmen.“

Der Verkauf läuft derzeit über Internet, da kann man sich eine Einzellizenz kaufen und wir sind auch aktiv an der Akquise größerer Kunden. „Da gibt es Märkte über Parteien und Veranstalter hinaus. Man denkt gar nicht, wer auch heute noch, Informationen per Plakat, Anschlag oder Poster verbreitet und zum Teil sogar nachweisen muß, dass er es tatsächlich getan hat. Diesen Markt hatten wir gar nicht im Blick, es kam aber ein potentieller Kunde auf uns zu.“

5) Was bringt die Zukunft

„Bisher haben wir das ganze auf Sicht gemacht. Wir haben jetzt ein Produkt, werden uns im Management und in der Arbeitsweise weiter professionalisieren.“ Sebastian sieht durchaus Potenzial bei einigen Großkunden. „Das werden nicht nur Parteien sein, sondern auch ganz andere Bereiche.“

Als nächstes steht die Gründung einer Firma an, sie planen auch die Software stetig weiterzuentwickeln und noch benutzerfreundlicher zu machen, sowie weitere Datenquellen und Karten zu integrieren.

„Dann schauen wir, ob sich das in Richtung Politikberatung, Software Start-Up oder die Reise woanders hin geht, das ist für uns noch offen. Eigentlich macht Politikberatung ja Spaß und ich würde gerne in dem Bereich bleiben“, so Sebastian.

Zum Interview auf Gründermetropole Berlin

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