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Drei Fragen an René Götzenbrugger zur Nutzung von Augmented Reality für Plakate

thumb image Drei Fragen an René Götzenbrugger zur Nutzung von Augmented Reality für Plakate

Drei Fragen an René Götzenbrugger, diplomierter Industriedesigner und Inhaber der Agentur Graustich aus dem schwäbischen Heidenheim. Der geborene Augsburger  gründete 2001 die Interdisziplinäre Kommunikations- und Design Agentur mit dem Fokus zielgerichtet „Awareness“ für Marken und Produkte zu entwickeln. Er selbst nennt sich gerne Markenpilot und Produktarchitekt.
Eine Expertise der Agentur liegt seit gut einem Jahr in dem Bereich Augmented Reality. Das war Anlass genug, ein paar Fragen in seine Richtung zu stellen.

René Götzenbrugger, Foto: privat

Frage: Als eines der Zukunftsthemen für die Attraktivitätssteigerung bei Plakaten wird zur Zeit diskutiert, Plakate mit Augmented Reality Elementen zu versehen. Was ist das und was würde das bringen?
Mit Augmented Reality kann die Wirklichkeit durch „Unreal Content“ erweitert werden. Dazu benötigt man ein mobiles Endgerät, wie zum Beispiel ein Tablett oder ein Smartphone, daß mit dem Internet verbunden ist und eine passende App. Zielt man damit auf einen sogenannten Trigger (Auslöser) wird automatisch die Umgebung die man im Gerät sieht, oder in Ihrem Fall das Plakat erkannt und mit „Leben“ gefüllt.

Das können Filme sein, Textinformationen, Links zu Shops, Animationen, usw. Wichtig ist, daß es im Gegensatz zu einem QR Code nicht zu einer Webseite führt, sondern eine der Umgebung zugeordnete Interaktion entsteht die sich in die Realität einbettet. Natürlich nur so lange man durch sein mobiles Gerät blickt. Im Fall von Plakaten können dadurch mehr und umfangreichere Informationen übertragen werden. Emotionaler, interessanter, aktueller.

 

Frage: Wäre das wirklich was für ein klassisches Wahlplakat oder wäre das eher spannend bei einer Volksabstimmung, wo ich dann etwa ein Overlay an einem bestimmtem Ort mit den Auswirkungen eines Bauvorhabens sehen würde?
Ein klassisches Wahlplakat könnte, wenn der Wähler es als Trigger versteht, natürlich vor allem an die jüngere Wählerschicht adressiert werden. Man kann interaktiver über Wahlziele, Politprogramm und dem Menschen hinter den oftmals anonymen Gesichtern, Stories erzählen.

Somit kann eine bessere Bindung zu den Bürgern aufgebaut werden und die Vorhaben der jeweiligen Person sehr viel besser vermittelt werden. „Vorhaben“ können auch im Fall eines Bauprojektes besonders anschaulich vermittelt werden. Soweit, daß Gebäude bereits besichtigt werden können, obwohl noch nicht einmal der Grundstein gelegt wurde.

Bauvorhaben wie Stuttgart21 wären somit viel transparenter und wahrscheinlich auch eher akzeptiert. In vielleicht schon 5 Jahren sprechen wir von einer smarten Umgebung, der „Smart Sphere“ – dann wird diese erweiterte Welt nicht mehr wegzudenken sein.

Frage: Sehen sie im politischen Bereich dafür eine nutzen? Oder sollten sich Plakatschaffende eher darum bemühen überhaupt mal gescheite Plakate zu designen?

Ich persönlich sehe natürlich als Designer oftmals das schlechte Design als Dorn im Auge. Aber viel mehr ärgern mich als Markenpilot schlechte Inhalte oder noch schlechtere Strategien. Darauf kommt es bei Augmented Reality an. Wer in Zukunft schlechte Inhalte auch noch schlecht vermittelt, wird keine Relevanz erzeugen und somit keine „Awareness“ für die eigene Marke schaffen können. Wahlplakate brauchen eine kraftvolle Botschaft – und die Politik dahinter gute Inhalte und einen klaren Tenor.

Mit gut aufbereitetem Content kann Augmented Reality zu einem eindrucksvollen Instrument werden um Wahlen zu seinen Gunsten zu verändern. Denn die Art und Weise wie man mit dieser Technik Inhalte vermitteln kann, ist beeindruckender als alles was es bis heute gibt. Umweltschutz könnte zum Beispiel durch animierte Infografiken, emotionale Filme oder klare Fakten dem Betrachter näher gebracht werden. Es können aktuelle Informationen eingespielt werden und sogar Simulationen der Umgebung. Wer morgen Wahlen gewinnen möchte, sollte sich auf alle Fälle die Techniken der Zukunft bereits heute ein wenig genauer anschauen.

 

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